Moderne Kirchenverwaltung als wichtige Voraussetzung
für pastorale Arbeit vor Ort

„Kirche vor Ort, das bedeutet pastorale Arbeit in den Gemeinden. Die Kirchenverwaltung kann dafür nur die optimalen Rahmenbedingungen schaffen – nicht mehr und nicht weniger.“ So fasst Josef Mertens, Geschäftsführer der drei kooperierenden Gemeindeverbände Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland-Südsauerland die wesentliche Kernaufgabe seiner Organisationen zusammen. Erstmalig hatten sich Mitarbeiter, Kirchenvorstände und pastorale Mitarbeiter aus dem Herzen des Erzbistums Paderborn zu einem Workcamp im Markes Haus in Meschede-Eversberg getroffen, um hier gemeinsam die Kooperation der Verwaltungseinheiten voranzubringen und an der Zukunft der Kirchenverwaltung zu arbeiten.

„Rund 500.000 Gläubige verlassen sich im Kooperationsgebiet darauf, dass wir gemeinsam diesen großen Raum gut, sicher und kompetent verwalten. Von der Gehaltsabrechnung des Hausmeisters bis zur Renovierung der Pfarrkirche reichen unsere Aufgaben, und die können wir auch in Zukunft nur dann bewältigen, wenn wir als Mitarbeiter der Gemeindeverbände an einem Strang ziehen und unser Können, Wissen und Engagement bündeln“, ist sich Josef Mertens sicher.

Und damit steht er nicht alleine da. Bereits seit einigen Jahren gehen die Gemeindeverbände Hellweg und Hochsauerland-Waldeck in einer engen Kooperation deshalb den Weg zusammen. Gemeinsam mit dem Gemeindeverband Siegerland-Südsauerland ist nunmehr ein starkes Trio auf dem Weg, die Kirchenverwaltung der Zukunft aktiv zu gestalten. „Unser Ziel ist es, eine professionelle, kompetente und hochspezialisierte Verwaltung zu bieten und gleichzeitig aber vor Ort in den einzelnen Pastoralen Räumen und Gemeinden noch so verwurzelt und präsent zu sein, dass Fragestellungen individuell und zügig gelöst werden können“, beschreibt Mertens den Spagat, den er alltäglich mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vollführen muss.

Eine Kooperation bedeutet natürlich auch immer Veränderungen. „Sowohl auf Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch in den Gemeinden vor Ort begleitet man den Prozess wohlwollend – aber natürlich auch aufmerksam und kritisch. Schließlich beschreiten wir mit dieser Kooperation Neuland im Erzbistum und wir können nicht auf Erfahrungen vergleichbarer Verwaltungskooperationen zurückgreifen“, erläutert Josef Mertens. Veränderungen erzeugten immer auch diffuse Ängste, und die wolle man nehmen. Deshalb sei der offene Dialog mit allen Beteiligten und die aktive Kommunikation des gesamten Prozesses eine wesentliche Aufgabe in der Gegenwart und der Zukunft der Gemeindeverbände.

Ein viertägiges Workcamp wie in Eversberg habe es deshalb auch noch nie gegeben. Besonders der „Abend der offenen Tür“, an dem die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen allen Interessierten öffentlich präsentiert wurden, übertraf viele Erwartungen. Schließlich fanden sich den Abend über mehr als 250 Besucher in den Veranstaltungsräumen ein, informierten sich an den zahlreichen Stellwänden und tauschten Erfahrungen, Erwartungen und Sachstände aktiv mit den Verantwortlichen aus den Gemeindeverbänden und der Projektteams aus.

„Der Weg, den die Gemeindeverbände hier eingeschlagen haben, ist für uns der richtige. Aber nur wem Ziel und Weg bewusst sind, kann erfolgreich Veränderungen auf den Weg bringen und begleiten“, resümierte seinen Besuch beispielsweise Thomas Schäfers, Hauptabteilungsleiter Personal und Verwaltung im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn.

Auch Generalvikar Alfons Hardt, oberster Verwaltungschef des Erzbistums Paderborn, hatte sich ja bereits in der letzten Ausgabe der „GemeindeVerbände AKTUELL“ geäußert und stellte dort fest, dass moderne Kirchenverwaltung vor allem „mehr Raum für Seelsorge“ schaffen solle. „Verwaltungsarbeit ist sehr wichtig, damit die Organisation der Kirche vor Ort funktioniert. Sie ist daher auch unverzichtbar, einfach weil sie notwendig ist. Aber zugleich gilt: Verwaltung ist kein Selbstzweck“, gab er den Verantwortlichen mit auf den Weg.

Genau dieses Bild habe sich dem interessierten Beobachter des Workshops aber auch zu keinem Zeitpunkt geboten, sind sich alle Beteiligten sicher. „Das Engagement aller Teilnehmer und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Wohlwollen und die positive Begleitung durch die Verantwortlichen in den Kirchenvorständen und Seelsorgeteams macht uns sicher, dass wir mit dem Prozess auf dem richtigen Weg sind“, resümiert Josef Mertens. Auch zukünftig wolle man an dem eingeschlagenen Weg festhalten und gemeinsam mit allen beteiligten Gruppen im engen Dialog den Weg in die Zukunft gehen. „Gemeinsam, stark, regional – unter diesem Slogan haben sich die Gemeindeverbände in der Kooperation zusammengefunden und mit diesen Prämissen werden wir auch die Zukunft meistern.“

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