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"Wenn jedes Rad ins andere greift, funktioniert Kirche."

Erzbischof Hans-Josef Becker im Gespräch mit "GemeindeVerbände Aktuell".

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Erzbischof Becker im Gespräch

 

Die Kirche hat eine große pastorale Aufgabe – und sie ist auch noch immer, insbesondere im ländlichen Raum, ein wichtiger Faktor des gesellschaftlichen Lebens. Sie verpachtet Land, ist Arbeitgeber in vielen verschiedenen Aufgabenbereichen und verwaltet Immobilien der Gemeinden – vom Kirchengebäude bis zum Kindergarten. Damit Seelsorge und Verkündigung den Stellenwert einnehmen können, den sie im Leben der Kirche vor Ort haben sollen, muss also auch das Weltliche – in diesem Fall die Verwaltung – funktionieren. Von der Pfarrsekretärin über den leitenden Pfarrer bis hin zum Kirchenvorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gemeindeverbänden und im Erzbischöflichen Generalvikariat setzen sich Menschen mit viel Engagement und professioneller Kompetenz dafür ein, dass Kirche „funktioniert“, damit vor Ort genug Raum für Seelsorge bleibt. Über dieses Zusammenspiel sprachen wir mit Erzbischof Hans-Josef Becker.

Kirche vor Ort ist oft mehr als nur ein Gebäude und das Sonntagshochamt – gerade auf dem Land nimmt die Kirche mit ihren engagierten Vereinen und Verbänden, als Arbeitgeber und als Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen und Baugrund noch immer eine wichtige Rolle ein. Wie definieren Sie heute die Rolle der Kirche und wie sehen Sie die Entwicklung in den kommenden Jahren?

Becker:  Die Kirche, auch auf dem Land, befindet sich in einem starken Umbruch, auch wenn die katholische Prägung in den Dörfern noch stärker spürbar ist als in den Städten. Hier wie dort ist die Herausforderung und zunehmend auch der Wunsch zu spüren, weniger aus einer Quasi-Selbstverständlichkeit heraus, dafür mehr aus einem bewusst entschiedenen Glauben zu leben und zu handeln. Das wird dann auch die Rolle der Kirche ausmachen: sie wird getragen sein von Menschen, denen es ein Anliegen ist, vor Ort das Evangelium und die Handlungsweise Jesu - kirchlich und kommunal - einzuspielen. Zudem wird es die Rolle der Kirche sein, über das Hier und Jetzt hinauszuweisen und darauf aufmerksam zu machen, dass Gott, sein Reich, das ewige Leben auch für unsere hektische Zeit höchste Bedeutung haben. Kirchliche Immobilien braucht es künftig nur dann, wenn die Kirche diese Rolle auch wirklich und wahrnehmbar einnimmt: Künderin des Evangeliums unter den Menschen zu sein. 

Seelsorge und Verkündigung sind die Kernaufgaben der Kirche. Damit hierfür genug Raum bleibt, muss die Kirche vor Ort auch in ihrer Rolle als „Unternehmen“ funktionieren. Welche Bedeutung hat für Sie die Kirchenverwaltung?

Becker:  Das hat der Generalvikar in seinem Interview schon gut beschrieben: sinngemäß sagte er, die Verwaltung sei kein Selbstzweck, sondern stehe im Dienste der Pastoral. Aber damit die Kirche funktioniert, ist Verwaltung ganz wichtig, vor allem, dass sie gut organisiert ist und möglichst einfach und auf klaren Wegen funktioniert. Soweit ich das sehe, ist genau das ja das Ziel aller Entwicklungen im Programm „Kirchenverwaltung der Zukunft“. Als Bischof will ich das, und ich muss mich auf dieses Funktionieren verlassen können, nicht zuletzt damit sich die Seelsorger ihrer eigentlichen Aufgabe widmen können, möglichst ohne sich von Verwaltungsarbeiten eingeengt zu fühlen.
Der leitende Pfarrer ist heute immer mehr Manager und ihm bleibt immer weniger Zeit, der „gute Hirte“ seiner Pfarrei zu sein. Mit neuen Wegen, wie zum Beispiel einer unterstützenden Verwaltungsleitung vor Ort, wollen Sie wieder mehr freie Kapazitäten für die Seelsorge schaffen.

Wie gehen Sie persönlich mit der Herausforderung um, dass Sie die Verantwortung für das große Unternehmen „Erzbistum“ tragen dürfen bzw. müssen?

Becker:  Wer mich etwas näher kennt als nur von offiziellen Bildern oder Berichten, der weiß, dass ich auf Vertrauen und Verantwortung setze und auf Gelassenheit und Humor. Mir ist das genauso wichtig für mich selbst in der Leitung unseres Erzbistums, wie es mir wichtig ist, dass sich diese Einstellung überall im Erzbistum verbreitet. Vertrauen und Verantwortung sind Schlüsselbegriffe im Zukunftsbild, und sie stehen da nicht einfach so. Zum Beispiel gelten sie auch für den neuen Beruf des Verwaltungsleiters. Vertrauen lebt vom Vertrauensvorschuss, Vertrauen ist leicht zerstörbar und schwer neu zu finden. Verantwortung muss übertragen, aber auch übernommen werden. Klar muss das austariert werden zwischen den Pfarrern und den Verwaltungsleitern. Dabei empfinde ich es als hilfreich, dass wir alle, egal in welcher konkreten Aufgabe, dazu berufen sind, Gott gegenüber zutiefst zu vertrauen, denn er führt uns und auch mich persönlich und das Erzbistum. Und zugleich tragen wir alle, ich schließe mich selber ein, ihm gegenüber auch ein gerüttelt Maß an Verantwortung. Das verbindet uns alle, ich betone: uns alle!

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