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"Beim Thema Kirche darf man nicht einschlafen"

Bestseller-Autor Erik Flügge in Interview mit "GemeindeVerbände Aktuell".

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Flügge

 

Erik Flügge provoziert gerne und offensichtlich aus Überzeugung. „Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“ war der Titel seines ersten Bestsellers, in dem er sich mit der Zukunft der Kirche auseinandersetzt. Auf der Spiegel-Hitliste fand sich auch schon sein zweites provokantes Werk „Eine Kirche für viele“ wieder, in dem er sich mit den Kirchenaustritten beschäftigt und seine Auswege aus der momentanen Krise darstellt. Der 1986 geborene und in einem schwäbischen Dorf aufgewachsene Kommunikationsexperte unterstellt den Würdenträgern in und um die Kirchen herum gerne, dass sie sich hinter Traditionen und Riten verstecken und die Sprache der Menschen nicht mehr sprechen. Ist ein neuer „Ton“ wirklich die Lösung für die Herausforderungen der Zukunft der Kirchen?

Herr Flügge, läuft die Ewigkeit der Kirche gerade ab oder hat Kirche noch Zukunft?

Erik Flügge: Das kommt ganz drauf an, welche Kirche Sie meinen. Beim deutschen Protestantismus ist die Lage wirklich existenzbedrohend.
Bei der katholischen Kirche reiht sich Krise an Krise, aber das System insgesamt ist noch relativ stabil. Sie werfen der Kirche und Ihren Würdenträgern vor, dass Sie nicht mehr die Sprache der Menschen sprechen und nicht genug Aufmerksamkeit erzeugen.

Warum versteht „der Mensch von der Straße“ denn die Kirche nicht mehr?

Erik Flügge: Die Theologie hat eine eigene Fachsprache. Sie ist schwülstig, durchsetzt von schrägen Sprachbildern und häufig anbiedernd. Dass eigene Professionen eine eigene Sprache entwickeln, kennen wir auch aus anderen Feldern. Ärzte und Juristen beispielsweise sprechen auch anders als der Rest. Es gibt aber einen Unterschied. Früher wurden Ärzte, Juristen und Pfarrer gleichermaßen zwangsläufig gebraucht. Für letztere gilt das in unserer heutigen Welt nicht mehr. Deshalb wirkt hier die sprachliche Abgewandtheit besonders dramatisch. Zum Arzt oder Juristen muss ich gehen, auch wenn ich sie nicht verstehe. Bei der Kirche bleiben die Leute einfach weg.

Nun hören sich Ihre Wahrheiten manchmal recht „einfach“ an. Reicht es zu provozieren, wenn man Institutionen wie die Kirche wirklich verändern will?

Erik Flügge: An überkomplexen Antworten mangelt es in der Kirche nun wahrlich nicht. Alles wird zu Tode reflektiert und differenziert. Es ist eine eigene Kunst, die Dinge einfach auf den Punkt zu bringen. Bei der katholischen Kirche reiht sich Krise an Krise, aber das System insgesamt ist noch relativ stabil.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass auch Kirche zunächst massiv Aufmerksamkeit produzieren muss, ehe sie mit den Menschen über die Inhalte reden kann. Eine Regel, die sicherlich auch gilt, wenn Sie Politiker und Parteien beraten. Kann Kirche das in der augenblicklichen Konstellation überhaupt leisten?

Erik Flügge: Klar kann sie das. Schauen Sie doch auf den Papst oder auch auf Kardinal Marx. Beide haben verstanden, dass man erst eine mediale Präsenz und Relevanz braucht, bevor jemand zuhört.

Wenn Sie einem Priester vor Ort drei Leitsätze für eine moderne und wirkungsvolle Kirchenarbeit aufschreiben sollten –, wie würden diese lauten?

Erik Flügge:

  1. Jammer nicht rum..
  2. Warte nicht ab, bis jemand kommt, sondern geh Deine Gemeindemitglieder besuchen.
  3. Feiere Deine Gottesdienste niemals lieblos.

Wenn Sie über Kirchenthemen schreiben, kirchliche Institutionen beraten und sich in Interviews mit der Zukunft der Kirche beschäftigen –, was ist der größte Unterschied zu Ihren Kunden aus der Wirtschaft oder Politik?

Erik Flügge: In der Kirche treffe ich sehr häufig auf Menschen, die logische Argumente nicht anerkennen. Beispiel Hausbesuche: Nachweislich ist es eines der wirksamsten Mittel der Kontaktarbeit, wenn man Menschen direkt besucht. Aber Wirksamkeit ist gar keine Kategorie der Theologie. Deshalb muss man immer alle Themen theologisieren, anstatt einfach zu sagen, dass es schlicht funktioniert. In der Kirche treffe ich sehr häufig auf Menschen, die logische Argumente nicht anerkennen.

In Ihrer Jugend waren Sie selbst aktiv in katholischen Jugendverbänden. Ist Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Kirche nur Profession oder auch eine Frage Ihrer persönlichen Glaubensauffassung?

Erik Flügge: Es ist die Lust an der Auseinandersetzung. Die habe ich schon immer und auch besonders gern mit Theologinnen und Theologen.

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